19.-27.09.2020_In der deutsch-luxemburgischen Schweiz

 

Mehrtagewanderung

in der deutsch-luxemburgischen Schweiz

 vom 19.09.20 bis 27.09.2020

 

Teilnehmer:

 

Gudrun und Martin Brock, Elisabeth und Gerd Dürr, Annelie Dierdorf, Waltraud Osing, Dagmar Pusch, Sigrid Ziarek, Ursula Markgraf, Rosemarie Göhner, Maureen Hindrichs, Detlef Müller, Dieter Vogel, Ulrich Pakosch, Walter Lohmüller, Claus Wöhlken.

 

 

Wanderführer:

 

Heinz Rund

 

 

Samstag, 19.09.2020

Einlauftour durch und um Bollendorf 

 

Gegen 12:00 waren alle Teilnehmer wohlbehalten im Hotel Ritschlay in Bollendorf(Südeifel) angekommen. Um 13.00 versammelten wir uns vor dem Hotel zu einer sogenannten Einlaufwanderung durch und um Bollendorf. Kurze Ansprache des WF Heinz Rund, was in dieser Woche organisatorisch und wandermäßig ansteht. Zunächst sollte es zum Kaffee-trinken in Bollendorf gehen. Leider existiert das Cafe nicht mehr. So spazierten wir über den Grenzfluss Sauer nach Luxemburg und stärkten uns bei Kaffee und Kuchen oder Suppe.

 

Zurück über die Brücke an der Sauer entlang, auf der einige Paddelboote flußabwärts gleiteten, gelangten wir zur Burg/Schloß Bollendorf. Es ist heute im Privatbesitz und wird als Hotel mit Ferienwohnungen und Restaurant genutzt. Sie steht auf Fundamenten einer ehemaligen römischen Befestigung. Danach wanderten wir langsam bergauf und gelangten in einen herrlichen Buchenwald. Auf  schmalen Wegen und unterhalb beeindruckender Felsformationen kehrten wir in unser Hotel zurück. Die Wanderung war mehr als eine Einlauftour und gab uns einen Vorgeschmack auf dass, was uns in der Woche noch erwartet. Auf dem großen Hotelgelände gönnten wir uns ein Bier oder auch etwas anderes und schauten in die herrliche Landschaft.

 

 

 

Sonntag, 20.09.2020

Von Echternach nach Grundhof

 

Wir starten nach kurzer Autofahrt auf dem Parkplatz Fölkenbach. Kurz über die Sauer und nach kurzem Aufstieg führte uns der Weg zur Marienkapelle. Von dort hatten wir einen wunderbaren Blick auf Echternach und die Wälder auf Deutscher Seite. Zunächst erreichen wir “Trooskneppchen” mit herrlichen Ausblicken. Im steten Auf und Ab klettern wir durch das Felsenlabyrinth und gelangen in die Wolfsschlucht. Wir befinden uns in einer unwirklichen Umgebung. Wir treffen auf den Aesbach, der leider kein Wasser mit sich führt. Was wäre das für ein Erlebnis an dem mäanderartigen Bach entlang zu wandern. Wir können uns an den Felsformationen gar nicht satt sehen. Am Pereskop und Hohllay und schließlich am Amphittheater. Dort wird gerade eine sportl.Gymnastik mit Musikbegleitung vorgeführt. Wir gelangen dann auf das Plateau nach Berdorf. Es gab dort die wohlverdiente längere Rast.  Nach einem kurzen Gang bis zum Wald, hatten wir jedoch Pech. Unser Weg durch wilde Felsformationen blieb leider verwehrt. Der Weg wurde gesperrt. Nach einigen Diskusionen entschlossen wir uns dann doch die längere Umleitungen zu akzeptieren. Es war angenehm zu wandern und uns zu erholen. Danach waren wir wieder im alten Rhythmus im Auf und Ab. Plötzlich hörten wir Stimmengewirr. An den Felsformationen Grande Canyon” und Sievers-schlucht finden die Kletterer ihr Eldorado. Viele Meter weiter finden wir endlich das Schild mit unserem Zielort”Grundhof”. Dort angekommen warten wir nur wenige Minuten auf unseren Bus, der uns nach Echternachterbrück bringt. Leider gab es ein Verständigungs problem mit dem Busfahrer. Bis auf 2 Personen stiegen alle anderen an einer Brücke über die Sauer aus. Leider war es die falsche. So konnten wir noch ca. 2,5 km an der Sauer entlang wandern und erreichten dann auch unser Ziel.

 

 

 

Montag, 21.09.2020

Der Beauforter  Felsenweg

 

Heute setzten wir unseren Mullerthaltrail ab Grundhof fort. Gleich am Anfang holten uns wieder steile Treppen ein, und dann noch einige umgestürzte Bäume, die wir unterkletterten .Zuerst versteckten sich die Felsen, doch im langsamen Bergan konnten wir die Felsen der kleinen luxemburger Schweiz genießen. Auf dem Weg zur Burg durchstreifen wir einsame Wälder und auch Ausblicke in die Eifel. Der heutige Höhepunkt ist die Burg Beaufort. Die Geschichte dieser Ruine ist ein wenig verworren. Erstmals erwähnt 1192. Der Innenhof zeigt Spuren aus der Zeit der Romanik und Gotik. Heute ist die Burg im Besitz des Staates. Das Anwesen kann besichtigt werden. Heute sind die Felsen und Findlinge mit Moos bedeck. Es wirkt alles viel grüner. Ab Beaufort begleiten uns der Haaderbach und Haupesbach. Wir sind richtig angetan von den romantischen Passagen in diesen Tälern. Aber irgendwann hörte es für uns auf. Nun steigen wir mal  wieder über einige Stufen und durch Felsen und gelangten an den Knotenpunkt des Hinweges. Das gleiche Prozedere wie am Anfang nur  diesmal bergab: Steile Stufen und die Bäume sind immer noch nicht weggeräumt.

 

 

 

Dienstag, 22.09.2020

Die Irreler Wasserfälle und die Teufelsschlucht

 

Diesmal gehts zum Wanderparkplatz der Irreler Wasserfälle. Von weitem sahen wir schon eine hölzerne überdachte Brücke, die über die Prüm gebaut wurde. Viele sehr große Findlinge und Baumreste liegen im Bach. Es ist nicht bekannt, woher die Bezeichung Irreler Wasserfälle kommt. Jedenfalls heute war davon nicht viel zu sehen. Vielleicht wenn es ausgiebig geregnet hat, gibt es viel Wasser und dann kommt der Begriff zum Tragen. Die Enstehung hängt eng mit der Teufelsschlucht zusammen, die heute als Höhepunkt erwandert wird. Aus eiszeitlichter Zeit gab es viele Felsstürze des Plateaus. Dadurch bildeten die Findlinge eine große Mauer. Von der Brücke gelangen wir mit moderatem Walkingschritt durch herrlichen Buchenwald auf das  Feschweiler Plateau. Dann ändert sich schlagartig die Bewaldung und der Weg auf  schmalem Pfad und abgestorbenen Tannen erreichen wir die Loboriuskapelle. Von dort können wir einen herrlichen Blick auf Echternach und die bewaldete Eifel geniessen. Gleichzeitig machen wir hier Rast und geniessen die Sonne. Gestärkt und frohen Mutes machen wir uns auf den Weg zur Schlucht. Doch vorher mußten wir über staubige Wege und freies Gelände durch die pralle Sonne bewältigen. Endlich erreichen wir wieder den schattigen Buchenwald. Urplötzlich sehen wir ohne Vorwarnung die Schlucht vor uns liegen. Sehr eng und mit Festhalten am Geländer geht es nun in die Tiefe und schmale Schluchten.Ein paar Schritte weiter können wir im Auf und Ab über felsige Gebäude viele beeindruckende Steinformationen bewundern. Hie  und da glaubte man Gesichter zu erkennen ob Mensch oder Tier. Alles sehr beeindruckend und unvergesslich. Nach durchklettern dieses Felsenlabyrinths  gehen wir bergab und erreichen wieder die Brücke über die Prüm und bald unsere Autos. Erneut geht ein Traumtag zu Ende.

 

 

 

Mittwoch, 23.09.20202

Wasser, Felsen, Wasserfall

 

Unsere Runde startet im Mullerthal an der Heringer Mühle. Zunächst wander wir an der schwarzen Enz entlang  und gelangen zum Schiessentümpel. Er ist ein idyllisch gelegener Wasserfall der schwarzen Enz. Der Bach schießt in 3 Strömen über eine Felskante in ein Felsenbasssin. Heute ist damit meistens die Sandsteinsbrücke mit ihrem aus Holz gebauten Geländer gemeint. Sie ist das Symbol der Region Müllerthal der kleinen luxemburger Schweiz. Wir überqueren die Straße und steigen steil bergauf mit vielen Treppen an den Felsen vor, einer imposanter als der andere. Wir glauben es gibt keine Steigerung mehr. Aber heute kommen wir aus dem Staunen nicht heraus. Oft bleiben wir stehen  und erkennen auch hier Gesichter von Tieren oder auch Menschen. Die Eulenbug verlangte uns einiges ab. Mit Lampen durchqueren wir die schmalen Stellen, Der Dewepetz ist so schmal, dass wir sogar unsere Rucksäcke abnehmen müssen. Der Untergrund der Pfade ist weich aber auch schmal.  Wir erreichen nach einem Abstieg das Consdorfer Bachtal mit zwei kleinen Teichen und freuen uns endlich auf eine wohlverdiente Mittagspause. Nach einem moderaten Aufstieg gelangen wir zum Consdorfer Plateau und den Ort Consdorf. Er ist schon französich geprägt. An netten Häusern und vielen Blumen und Obstbäumen vorbei , geht es wieder abwärts. An Kammellay und Schelmenlay und vielen anderen außergwöhnlichen  Steinformationen erwischt uns eine Regenschauer. Doch nach wenigen Minuten scheint die Sonne wieder und der Buchenwald glänzt wie im Frühling. Noch ein paar schnelle Schritte und  wir erreichen den Autoparkplatz.

 

 

 

Donnerstag, 24.09.2020

Von Bollendorf durch die “Grüne Hölle”

 

Tag 5 bringt uns heute vom Hotel Ritschlay durch die sogenannte “Grüne Hölle” in der Bollendorfer Schweiz. Sie gehört zu den reizvollsten Plateaulandschaften in der Südeifel. Hier haben die Flüsse Sauer und Prüm großartige Felssandsteinformationen geschliffen. Wir wandern stets bergauf bis wir die Lingeslay, Eulenhorst und Kreuzlay erreichen. Wieder einmal können wir einen wundervollen Blick nach Bollendorf und in  Richtung Berdorf in Luxemburg geniessen. Die Wanderwege ändern öfter ihre Beschaffenheit. Mal auf breiten Forstwegen, die zum Gespräch untereiander genutzt werden, oder auf schmalen weichen Waldpfaden mit Blick zu den Felsen. Heute gab es davon nicht so viele. Da heute noch ein Museumsbesuch vorgesehen ist, kehren wir rechtzeitig zum Hotel zurück.  Doch bevor es zur Besichtigung des Ofen- und Eisenmuseums in Hüttingen kommt, werden wir mit heißen belgischen Waffeln mit diversen Beilagen verwöhnt.  Sie wurden auf einem Waffeleisen hergestellt, wie es damals üblich war. Vieles aus Haushalt und Handwerk kennen wir noch aus unserer Jugend oder von den Großeltern. Es ist zu aufwendig alles zu beschreiben, was wir zu sehen bekommen. Ein interessanter Tag geht wieder zu Ende.

 

 

 

Freitag, 25.09.2020

Vom Echternacher See auf dem Mullerthaltrail

 

Die Wanderung startet heute in Echternach in Luxemburg am gleichnamigen See. Zunächst geht es auf dem Mullerthaltrail Nr.1 mal wieder recht steil bergan. Nach erreichen der Höhe durchwandern wir auf bequemen Wegen oder herrlichen Pfaden Buchenwälder oder Mischwälder mit Felsen und auch Wiesen. Es ist mal nicht so anstrengend. Wir erreichen heute recht früh unseren Startpunkt wieder. So ist viel Zeit sich Echternach anzuschauen und Kaffeevariationen und auch Kuchen zu geniessen. Ein Teil der Gruppe entscheidet sich den kostenfreien Elektrobus ins Zentrum zu nutzen. Die Stadt und Gemeinde im gleichnamigen Kanton hat ca. 6.000 Einwohnern. Sie ist der Hauptort der attraktiven “Kleinen Luxemburger Schweiz.” Sie wurde 698 vom heiligen Willibrord gegründet. Im Ort steht die älteste Basilika des Landes. Das bekannteste Werk der florierenden Buchmalerei im Mittelater ist das Goldene Evangeliar von Echternach. Heute zu sehen im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. In der Sichtachse zur Kirche  erhebt sich eines der ältesten Wahrzeichen der Stadt, das Gerichtshaus. Zum immateriellen Kulturerbe von Echternach gehört auch die  Spring-prozession. Es ist eine religiöse Prozession, die jedes Jahr am Dienstag nach Pfingsten dort stattfindet. Die Teilnehner springen zu Polkamelodien in Reihen durch die Straßen der Stadt bis zum Grab des heiligen Willibrord in der Echternacher Basilika. Die Enstehung lassen sich auf Quellen des Mittelalters zurückverfolgen.

 

 

 

Samstag, 26.09.2020

Zur Schankweiler Klause und Wikingerburg

 

Heute zum Abschluss der Wanderwoche wandern wir entspannt. Die Temperatur ist heute gewöhnungsbedürftig. Handschuhe wären angebracht. Der Regen kommt nur von Bäumen. Oft haben wir den Eindruck im 2.Teil der “Grünen Hölle” zu sein. Die Felsen und Findlinge sind stark bemoost. Der Laubwald tut sein Übriges. Höhepunkt heute ist die Schankweiler Klause. Der Einsiedler Johann Seelmayer erreichte 1648 die Erlaubnis zum Bau einer Klause und Kapelle. 1733 wurde ein prunkvoller Hochaltar errichtet. Heute ist die Klause eine Pilgerstätte zur “Mutter vom guten Rat”. Daneben ist die sogenannte Klauserwohnung. Sie ist als Wohnung für einen Eremiten gedacht. Seit  2008 lebt in den Sommermonaten ein pensionierter Priester dort. Nach einer Rast im Garten der Klause gehts weiter. Wir gelangen nach einiger Zeit an einen gallo-römischen Begräbnisplatz und erkennen Inschriften auf den stark bemoosten Steinen. Irgendwie ein unheimlicher Ort. Dann suchen wir etwas später die Wikingerburg. Wir gehen hin und her, als ob wir einen Weg suchten. Können aber nirgends Steinreste finden. Wir kommen zum Entschluß, das sein großer steiler Hang einmal diese Burg gewesen sein muss. Zum Ende der Wanderung hat unsere Teilnehmerin Dagmar noch ein Glückstag erwischt. Sie findet einen sehr großen Steinpilz und ist darüber sehr glücklich. Im Hotel angekommen, hat sie den Pilz in Scheiben geschnitten und trocknen lassen. Bei einer späteren Wanderung in heimischen Gefilden, hat sie begeistert erzählt, wie gut dieser selbst gefundene Pilz gemundet hat. Diese Wanderfreizeit war uns wettermäßig gut gesonnen. Bis auf ein paar Tropfen, war der Wettergott positiv gestimmt. Am Abend wird ein Resümee dieser Wanderwoche gezogen. Detlef Müller sagt ein großes Dankeschön an unseren Wanderführer Heinz Rund, der wie in den Jahren zuvor eine ausgefeilte Wanderfreizeit organisierte.

 

 

Vielen Dank dafür.

 

Eure Wanderfreundin

Waltraud Osing

 

Willi, der SGV-Rüsselwanderer

 

 

 

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